§ 6 Ei­gen­tum und an­de­re Rech­te (1) Wech­sel­t der Trä­ger der Stra­ßen­bau­last, so gehen mit der Stra­ßen­bau­last das Ei­gen­tum des bis­he­ri­gen Trä­ger­s der Stra­ßen­bau­last an der Stra­ße und an den zu ihr ge­hö­ri­gen An­la­gen (§ 1 Abs. 4) und alle Rech­te und Pflich­ten, die mit der Stra­ße in Zu­sam­men­hang ste­hen, ohne Ent­schä­di­gung auf den neuen Trä­ger der Stra­ßen­bau­last über. Ver­bind­lich­kei­ten, die zur Durch­füh­rung frü­he­rer Bau- und Un­ter­hal­tungs­maß­nah­men ein­ge­gan­gen sind, sind vom Über­gang aus­ge­schlos­sen.
(1a) Der bis­he­ri­ge Trä­ger der Stra­ßen­bau­last hat dem neuen Trä­ger der Stra­ßen­bau­last dafür ein­zu­ste­hen, dass er die Stra­ße in dem durch die Ver­kehrs­be­deu­tung ge­bo­te­nen Um­fang ord­nungs­ge­mäß un­ter­hal­ten und den not­wen­di­gen Grund­er­wer­b durch­ge­führ­t hat.
(1b) Hat der bis­he­ri­ge Trä­ger der Stra­ßen­bau­last für den Bau oder die Än­de­rung der Stra­ße das Ei­gen­tum an einem Grund­stück er­wor­ben, so hat der neue Trä­ger der Stra­ßen­bau­last einen An­spruch auf Über­tra­gung des Ei­gen­tums. Steht dem bis­he­ri­gen Trä­ger der Stra­ßen­bau­last ein für Zwe­cke des Sat­zes 1 er­wor­be­ner An­spruch auf Über­tra­gung des Ei­gen­tums an einem Grund­stück zu, so ist er ver­pflich­tet, das Ei­gen­tum an dem Grund­stück zu er­wer­ben und nach Er­wer­b auf den neuen Trä­ger der Stra­ßen­bau­last zu über­tra­gen. Die Ver­pflich­tun­gen nach den Sät­zen 1 und 2 be­stehen nur in­so­weit, als das Grund­stück dau­ern­d für die Stra­ße be­nö­tig­t wird. Dem bis­he­ri­gen Trä­ger der Stra­ßen­bau­last steht für Ver­bind­lich­kei­ten, die nach dem Wech­sel der Stra­ßen­bau­last fäl­lig wer­den, gegen den neuen Trä­ger der Stra­ßen­bau­last ein An­spruch auf Er­stat­tung der Auf­wen­dun­gen zu. Im Üb­ri­gen wird das Ei­gen­tum ohne Ent­schä­di­gung über­tra­gen.
(2) Bei der Ein­zie­hung einer Stra­ße kann der frü­he­re Trä­ger der Stra­ßen­bau­last in­ner­halb eines Jah­res­ ver­lan­gen, dass ihm das Ei­gen­tum an Grund­stü­cken mit den in Ab­satz 1 ge­nann­ten
Rech­ten und Pflich­ten ohne Ent­schä­di­gung über­tra­gen wird, wenn es vor­her nach Ab­satz 1 über­ge­gan­gen war.
(3) Beim Über­gang des Ei­gen­tums an öf­fent­li­chen Stra­ßen nach Ab­satz 1 ist der An­trag auf Be­rich­ti­gung des Grund­bu­ches von der vom Land be­stimm­ten Be­hör­de zu stel­len, in deren Be­zir­k das Grund­stück liegt. Be­trifft der Über­gang des Ei­gen­tums eine Bun­des­au­to­bahn, stellt die Ge­sell­schaft pri­va­ten Rechts im Sinne des In­fra­struk­tur­ge­sell­schafts­er­rich­tungs­ge­set­zes­ den An­trag auf Be­rich­ti­gung des Grund­bu­ches. Der An­trag der vom Land be­stimm­ten Be­hör­de muss vom Lei­ter der Be­hör­de oder sei­nem Ver­tre­ter un­ter­schrie­ben und mit dem Amts­sie­gel oder Amts­stem­pel ver­se­hen sein. Zum Nach­weis des Ei­gen­tums ge­gen­über dem Grund­buch­amt ge­nüg­t die in den An­trag auf­zu­neh­men­de Er­klä­rung, dass das Grund­stück dem neuen Trä­ger der Stra­ßen­bau­last zu­steht.
(4) Das Ei­gen­tum des Bun­des­ ist ein­zu­tra­gen für die "Bun­des­re­pu­bli­k Deutsch­lan­d (Bun­des­stra­ßen­ver­wal­tung)".
§ 7 Ge­mein­ge­brauch (1) Der Ge­brauch der Bun­des­fern­stra­ßen ist je­der­man­n im Rah­men­ der Wid­mung und der ver­kehrs­be­hörd­li­chen Vor­schrif­ten zum Ver­kehr ge­stat­tet (Ge­mein­ge­brauch). Hier­bei hat der flie­ßen­de Ver­kehr den Vor­rang vor dem ru­hen­den Ver­kehr. Kein Ge­mein­ge­brauch liegt vor, wenn je­man­d die Stra­ße nicht vor­wie­gen­d zum Ver­kehr, son­dern zu an­de­ren Zwe­cken be­nutz­t. Die Er­he­bung von Ge­büh­ren für den Ge­mein­ge­brauch be­dar­f einer be­son­de­ren ge­setz­li­chen Re­ge­lung.
(2) Der Ge­mein­ge­brauch kann be­schränk­t wer­den, wenn dies wegen des bau­li­chen Zu­stan­des zur Ver­mei­dung au­ßer­or­dent­li­cher Schä­den an der Stra­ße oder für die Si­cher­heit oder Leich­tig­keit des Ver­kehrs­ not­wen­dig ist. Die Be­schrän­kun­gen sind durch Ver­kehrs­zei­chen kennt­lich zu ma­chen.