be­an­tra­gen. Ein Rechts­an­wal­t, der von Amts wegen als Ver­tre­tung be­stell­t wird, kann die Ver­tre­tung nur aus wich­ti­gem Grund ab­leh­nen.
(5) Die Be­stel­lung kann je­der­zeit wi­der­ru­fen wer­den.
§ 54 Be­fug­nis­se der Ver­tre­tung (1) Der Ver­tre­tung ste­hen die an­walt­li­chen Be­fug­nis­se des Rechts­an­walts zu, den sie ver­trit­t. Sie wird in ei­ge­ner Ver­ant­wor­tung, je­doch im In­ter­es­se, für Rech­nung und auf Kos­ten des Ver­tre­te­nen tätig. Die §§ 666, 667 und 670 des Bür­ger­li­chen Ge­setz­buchs gel­ten ent­spre­chend.
(2) Der Ver­tre­te­ne hat der von ihm selbst be­stell­ten Ver­tre­tung einen Zu­gang zu sei­nem be­son­de­ren elek­tro­ni­schen An­walts­post­fach ein­zu­räu­men. Die Ver­tre­tung muss zu­min­dest be­fug­t sein, Postein­gän­ge zur Kennt­nis zu neh­men und elek­tro­ni­sche Emp­fangs­be­kennt­nis­se ab­zu­ge­ben.
(3) Die von Amts wegen be­stell­te Ver­tre­tung ist be­rech­tig­t, die Kanz­lei­räu­me des Ver­tre­te­nen zu be­tre­ten und die zur Kanz­lei ge­hö­ren­den Ge­gen­stän­de ein­schließ­lich des der an­walt­li­chen Ver­wah­rung un­ter­lie­gen­den Treu­gu­tes in Be­sitz zu neh­men, her­aus­zu­ver­lan­gen und hier­über­ zu ver­fü­gen. An Wei­sun­gen des Ver­tre­te­nen ist sie nicht ge­bun­den. Der Ver­tre­te­ne darf die Tä­tig­keit der Ver­tre­tung nicht be­ein­träch­ti­gen.
(4) Der Ver­tre­te­ne hat der von Amts wegen be­stell­ten Ver­tre­tung eine an­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung zu zah­len, für die Si­cher­heit zu leis­ten ist, wenn die Um­stän­de es er­for­dern. Kön­nen sich die Be­tei­lig­ten über die Höhe der Ver­gü­tung oder über die Si­cher­heit nicht ei­ni­gen oder wird die ge­schul­de­te Si­cher­heit nicht ge­leis­tet, so setzt der Vor­stan­d der Rechts­an­walts­kam­mer auf An­trag eines Be­tei­lig­ten die Ver­gü­tung fest. Die Ver­tre­tung ist be­fug­t, Vor­schüs­se auf die ver­ein­bar­te oder fest­ge­setz­te Ver­gü­tung zu ent­neh­men. Für die fest­ge­setz­te Ver­gü­tung haf­tet die Rechts­an­walts­kam­mer wie ein Bürge.
§ 55 Be­stel­lung eines Ab­wick­ler­s der Kanz­lei (1) Ist ein Rechts­an­wal­t ge­stor­ben, so kann die Rechts­an­walts­kam­mer einen Rechts­an­wal­t oder eine an­de­re Per­son, wel­che die Be­fä­hi­gung zum Rich­ter­amt er­lang­t hat, zum Ab­wick­ler der Kanz­lei be­stel­len. Für wei­te­re Kanz­lei­en kann der­sel­be oder ein an­de­rer Ab­wick­ler be­stell­t wer­den. § 7 gilt ent­spre­chend. Der Ab­wick­ler ist in der Regel nicht län­ger als für die Dauer eines Jah­res­ zu be­stel­len. Auf An­trag des Ab­wick­ler­s ist die Be­stel­lung, höchs­ten­s je­weils um ein Jahr, zu ver­län­gern, wenn er glaub­haft macht, daß schwe­ben­de An­ge­le­gen­hei­ten noch nicht zu Ende ge­führ­t wer­den konn­ten.
(2) Dem Ab­wick­ler o­b­lieg­t es, die schwe­ben­den An­ge­le­gen­hei­ten ab­zu­wi­ckeln. Er führt die lau­fen­den Auf­trä­ge fort; in­ner­hal­b der ers­ten sechs Mo­na­te ist er auch be­rech­tig­t, neue Auf­trä­ge an­zu­neh­men. Ihm ste­hen die an­walt­li­chen Be­fug­nis­se zu, die der ver­stor­be­ne Rechts­an­wal­t hatte. Der Ab­wick­ler gilt für die schwe­ben­den An­ge­le­gen­hei­ten als von der Par­tei­ be­voll­mäch­tig­t, so­fern diese nicht für die Wahr­neh­mung ihrer Rech­te in an­de­rer Weise ge­sorg­t hat.
(3) § 53 Ab­satz 4 Satz 3 und § 54 Ab­satz 1 Satz 2 und 3, Ab­satz 3 und 4 gel­ten ent­spre­chend. Der Ab­wick­ler ist be­rech­tig­t, je­doch außer im Rah­men­ eines Kos­ten­fest­set­zungs­ver­fah­rens nicht ver­pflich­tet, Kos­ten­for­de­run­gen des ver­stor­be­nen Rechts­an­walts im ei­ge­nen Namen für Rech­nung der Erben gel­ten­d zu ma­chen.
(4) Die Be­stel­lung kann wi­der­ru­fen wer­den.
(5) Ab­wick­ler kön­nen auch für die Kanz­lei und wei­te­re Kanz­lei­en eines frü­he­ren Rechts­an­walts be­stell­t wer­den, des­sen Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft er­lo­schen ist.
§ 56 Be­son­de­re Pflich­ten ge­gen­über­ dem Vor­stan­d der Rechts­an­walts­kam­mer (1) In Aufsichts-​ und Be­schwer­de­sa­chen hat der Rechts­an­wal­t dem Vor­stan­d der Rechts­an­walts­kam­‑