(3) Ent­ste­hen durch eine Maß­nah­me nach Ab­satz 1 einem Ei­gen­tü­mer oder sons­ti­gen Nut­zungs­be­rech­tig­ten un­mit­tel­ba­re Ver­mö­gens­nach­tei­le, so hat der Trä­ger der Stra­ßen­bau­last eine an­ge­mes­se­ne Ent­schä­di­gung in Geld zu leis­ten. Kommt eine Ei­ni­gung über die Geld­ent­schä­di­gung nicht zu­stan­de, so setzt die nach Lan­des­recht zu­stän­di­ge Be­hör­de auf An­trag der Stra­ßen­bau­be­hör­de, der Ge­sell­schaft pri­va­ten Rechts im Sinne des In­fra­struk­tur­ge­sell­schafts­er­rich­tungs­ge­set­zes­ oder des Be­rech­tig­ten die Ent­schä­di­gung fest. Vor der Ent­schei­dung sind die Be­tei­lig­ten zu hören.
§ 17 Er­for­der­nis der Plan­fest­stel­lung und vor­läu­fi­ge An­ord­nung (1) Bun­des­fern­stra­ßen dür­fen nur ge­baut oder ge­än­der­t wer­den, wenn der Plan vor­her fest­ge­stell­t ist. Eine Än­de­rung liegt vor, wenn eine Bun­des­fern­stra­ße
1.
um einen oder meh­re­re durch­ge­hen­de Fahr­strei­fen für den Kraft­fahr­zeug­ver­kehr bau­lich er­wei­ter­t wird oder
2.
in sons­ti­ger Weise er­heb­lich bau­lich um­ge­stal­tet wird.
Eine Än­de­rung im Sinne von Satz 2 liegt ins­be­son­de­re nicht vor, wenn sie im Zuge des Wie­der­auf­bau­s nach einer Na­tur­ka­ta­stro­phe er­for­der­lich ist, um die Bun­des­fern­stra­ße vor Na­tur­er­eig­nis­sen zu schüt­zen, und in einem räum­lich be­grenz­ten Kor­ri­dor ent­lang­ des Tras­sen­ver­laufs er­folg­t. Bei der Plan­fest­stel­lung sind die von dem Vor­ha­ben be­rühr­ten öf­fent­li­chen und pri­va­ten Be­lan­ge ein­schließ­lich der Um­welt­ver­träg­lich­keit im Rah­men­ der Ab­wä­gung zu be­rück­sich­ti­gen. Für das Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren gel­ten die §§ 72 bis 78 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes­ nach Maß­ga­be die­ses Ge­set­zes­. Die Maß­ga­ben gel­ten ent­spre­chend, so­weit das Ver­fah­ren lan­des­recht­lich durch ein Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz ge­re­gel­t ist.
(2) Ist das Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet, kann die Plan­fest­stel­lungs­be­hör­de nach An­hö­rung der be­trof­fe­nen Ge­‑
mein­de­ eine vor­läu­fi­ge An­ord­nung er­las­sen, in der vor­be­rei­ten­de Maß­nah­men oder Teil­maß­nah­men zum Bau oder zur Än­de­rung fest­ge­setz­t wer­den,
1.
so­weit es sich um re­ver­si­ble Maß­nah­men han­del­t,
2.
wenn an dem vor­zei­ti­gen Be­gin­n ein öf­fent­li­ches In­ter­es­se be­steht,
3.
wenn mit einer Ent­schei­dung zu­guns­ten des Trä­ger­s des Vor­ha­bens ge­rech­net wer­den kann und
4.
wenn die nach § 74 Ab­satz 2 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes­ zu be­rück­sich­ti­gen­den In­ter­es­sen ge­wahr­t wer­den.
In der vor­läu­fi­gen An­ord­nung sind die Auf­la­gen zur Si­che­rung die­ser In­ter­es­sen und der Um­fang der vor­läu­fig zu­läs­si­gen Maß­nah­men fest­zu­le­gen. Sie ist den an­lie­gen­den Ge­mein­de­n sowie den Be­tei­lig­ten zu­zu­stel­len oder orts­üb­lich be­kannt zu ma­chen. Sie er­setz­t nicht die Plan­fest­stel­lung. § 16a bleib­t un­be­rühr­t. So­weit die vor­be­rei­ten­den Maß­nah­men oder Teil­maß­nah­men zum Bau oder zur Än­de­rung durch die Plan­fest­stel­lung für un­zu­läs­sig er­klärt sind, ord­net die Plan­fest­stel­lungs­be­hör­de ge­gen­über dem Trä­ger des Vor­ha­bens an, den frü­he­ren Zu­stan­d wie­der­her­zu­stel­len. Dies gilt auch, wenn der An­trag auf Plan­fest­stel­lung zu­rück­ge­nom­men wurde. Der Be­trof­fe­ne ist durch den Trä­ger der Stra­ßen­bau­last zu ent­schä­di­gen, so­weit die Wie­der­her­stel­lung des frü­he­ren Zu­stands nicht mög­lich oder mit un­ver­hält­nis­mä­ßig hohem Auf­wan­d ver­bun­den oder ein Scha­den ein­ge­tre­ten ist, der durch die Wie­der­her­stel­lung des frü­he­ren Zu­stan­des nicht aus­ge­gli­chen wird. Rechts­be­hel­fe gegen die vor­läu­fi­ge An­ord­nung haben keine auf­schie­ben­de Wir­kung; ein Vor­ver­fah­ren fin­det nicht statt. Be­trifft die vor­läu­fi­ge An­ord­nung ein Vor­ha­ben im Sinne des § 17e Ab­satz 1, ist § 17e Ab­satz 1 und 5 in Bezug auf Rechts­be­hel­fe gegen die vor­läu­fi­ge An­ord­nung ent­spre­chend an­zu­wen­den.