(3) In den Orts­durch­fahr­ten der üb­ri­gen Ge­mein­de­n ist die Ge­mein­de­ Trä­ger der Stra­ßen­bau­last für Geh­we­ge und Park­plät­ze.
(3a) Führt die Orts­durch­fahr­t über Stra­ßen und Plät­ze, die er­heb­lich b­rei­ter an­ge­leg­t sind als die Bun­des­stra­ße, so ist von der Stra­ßen­bau­be­hör­de im Ein­ver­neh­men mit der Ge­mein­de­ die seit­li­che Be­gren­zung der Orts­durch­fahr­ten be­son­der­s fest­zu­le­gen. Kommt ein Ein­ver­neh­men nicht zu­stan­de, so ent­schei­det die obers­te Lan­des­stra­ßen­bau­be­hör­de.
(4) Eine Orts­durch­fahr­t ist der Teil einer Bun­des­stra­ße, der in­ner­halb der ge­schlos­se­nen Orts­la­ge liegt und auch der Er­schlie­ßung der an­lie­gen­den Grund­stü­cke oder der mehr­fa­chen Ver­knüp­fung des Orts­stra­ßen­net­zes­ dient. Ge­schlos­se­ne Orts­la­ge ist der Teil des Ge­mein­de­be­zir­kes, der in ge­schlos­se­ner oder of­fe­ner Bau­wei­se zu­sam­men­hän­gen­d be­baut ist. Ein­zel­ne un­be­bau­te Grund­stü­cke, zur Be­bau­ung un­ge­eig­ne­tes oder ihr ent­zo­ge­nes Ge­län­de oder ein­sei­ti­ge Be­bau­ung un­ter­bre­chen den Zu­sam­men­hang nicht. Die obers­te Lan­des­stra­ßen­bau­be­hör­de setzt im Be­neh­men mit der hö­he­ren Ver­wal­tungs­be­hör­de nach An­hö­rung der Ge­mein­de­ die Orts­durch­fahr­t fest und kann dabei mit Zu­stim­mung des Bun­des­mi­nis­te­ri­um­s für Ver­kehr und di­gi­ta­le In­fra­struk­tur und der Kom­mu­nal­auf­sichts­be­hör­de von der Regel der Sätze 1 und 2 ab­wei­chen. Die Lan­des­re­gie­run­gen wer­den er­mäch­tig­t, durch Rechts­ver­ord­nung zu be­stim­men, dass ab­wei­chen­d von Satz 4 an Stel­le der hö­he­ren Ver­wal­tungs­be­hör­de eine an­de­re Be­hör­de zu­stän­dig ist. Sie kön­nen diese Er­mäch­ti­gung auf obers­te Lan­des­be­hör­den über­tra­gen.
§ 5a Zu­wen­dun­gen für frem­de Trä­ger der Stra­ßen­bau­last Zum Bau oder Aus­bau von Orts­durch­fahr­ten im Zuge von Bun­des­stra­ßen und zum Bau oder Aus­bau von Gemeinde-​ und Kreis­stra­ßen, die Zu­brin­ger zu Bun­des­fern­stra­ßen in der Bau­last des Bun­des­ sind, kann der Bund Zu­wen­dun­gen ge­wäh­ren. Im Saar­lan­d wer­den die Stra­ßen, für die das Land auf Grund des §
46 des Saar­län­di­schen Stra­ßen­ge­set­zes­ an Stel­le von Land­krei­sen Trä­ger der Bau­last ist, den Kreis­stra­ßen gleich­ge­stell­t.
§ 5b Fi­nanz­hil­fen für Rad­schnell­we­ge in Stra­ßen­bau­last der Län­der, Ge­mein­de­n und Ge­mein­de­ver­bän­de (1) Zum Bau von Rad­schnell­we­gen in der Stra­ßen­bau­last der Län­der, Ge­mein­de­n und Ge­mein­de­ver­bän­de kann der Bund den Län­dern ins­be­son­de­re zur För­de­rung des wirt­schaft­li­chen Wachs­tums bis zum Ab­lauf des Jah­res­ 2030 Fi­nanz­hil­fen ge­wäh­ren. Die Fi­nanz­hil­fen ver­rin­gern sich be­gin­nen­d mit dem Haus­halts­jahr 2022 um 3 vom Hun­der­t. Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um­ für Ver­kehr und di­gi­ta­le In­fra­struk­tur über­prüft jähr­lich die Ver­wen­dung der Mit­tel nach Satz 1.
(2) Die Län­der zah­len die Fi­nanz­hil­fen zu­rück, wenn ge­för­der­te Maß­nah­men nicht die Vor­aus­set­zun­gen des Ab­sat­zes 1 sowie der Ver­wal­tungs­ver­ein­ba­rung im Sinne von Ab­satz 4 er­fül­len. Nach Satz 1 zu­rück­zu­zah­len­de Mit­tel sind zu ver­zin­sen. Wer­den Mit­tel zu früh an­ge­wie­sen, so sind für die Zeit der Aus­zah­lung bis zur zweck­ent­spre­chen­den Ver­wen­dung Zin­sen zu zah­len.
(3) Be­stehen tat­säch­li­che An­halts­punk­te, die eine Rück­for­de­rung von Bun­des­mit­teln mög­lich er­schei­nen las­sen, haben das Bun­des­mi­nis­te­ri­um­ für Ver­kehr und di­gi­ta­le In­fra­struk­tur sowie der Bun­des­rech­nungs­hof ein Recht auf ein­zel­fall­be­zo­ge­ne In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung ein­schließ­lich ört­li­cher Er­he­bungs­be­fug­nis­se.
(4) Die Ein­zel­hei­ten ins­be­son­de­re der Ver­tei­lung der Mit­tel auf die Län­der, des Ei­gen­an­teils der Län­der, der För­der­be­rei­che, der För­der­quo­te des Bun­des­, der Be­wirt­schaf­tung der Mit­tel, der Prü­fung der Mit­tel­ver­wen­dung sowie des Ver­fah­rens zur Durch­füh­rung die­ser Vor­schrift wer­den durch Ver­wal­tungs­ver­ein­ba­rung ge­re­gel­t. Die In­an­spruch­nah­me der Fi­nanz­hil­fen ist an das In­kraft­tre­ten der Ver­wal­tungs­ver­ein­ba­rung ge­bun­den.