der Dienst­leis­tung er­for­der­lich ist. Dienst­leis­ter ist eine an­de­re Per­son oder Stel­le, die vom Rechts­an­wal­t im Rah­men­ sei­ner Be­rufs­aus­übung mit Dienst­leis­tun­gen be­auf­trag­t wird.
(2) Der Rechts­an­wal­t ist ver­pflich­tet, den Dienst­leis­ter sorg­fäl­tig aus­zu­wäh­len. Er hat die Zu­sam­men­ar­beit un­ver­züg­lich zu be­en­den, wenn die Ein­hal­tung der dem Dienst­leis­ter gemäß Ab­satz 3 zu ma­chen­den Vor­ga­ben nicht ge­währ­leis­tet ist.
(3) Der Ver­trag mit dem Dienst­leis­ter be­dar­f der Text­for­m. In ihm ist
1.
der Dienst­leis­ter unter Be­leh­rung über die straf­recht­li­chen Fol­gen einer Pflicht­ver­let­zung zur Ver­schwie­gen­heit zu ver­pflich­ten,
2.
der Dienst­leis­ter zu ver­pflich­ten, sich nur in­so­weit Kennt­nis von frem­den Ge­heim­nis­sen zu ver­schaf­fen, als dies zur Ver­trags­er­fül­lung er­for­der­lich ist, und
3.
fest­zu­le­gen, ob der Dienst­leis­ter be­fug­t ist, wei­te­re Per­so­nen zur Er­fül­lung des Ver­trags­ her­an­zu­zie­hen; für die­sen Fall ist dem Dienst­leis­ter auf­zu­er­le­gen, diese Per­so­nen in Text­for­m zur Ver­schwie­gen­heit zu ver­pflich­ten.

(4) Bei der In­an­spruch­nah­me von Dienst­leis­tun­gen, die im Aus­land er­bracht wer­den, darf der Rechts­an­wal­t dem Dienst­leis­ter den Zu­gang zu frem­den Ge­heim­nis­sen un­be­scha­det der üb­ri­gen Vor­aus­set­zun­gen die­ser Vor­schrift nur dann er­öff­nen, wenn der dort be­stehen­de Schutz der Ge­heim­nis­se dem Schutz im In­lan­d ver­gleich­bar ist, es sei denn, dass der Schutz der Ge­heim­nis­se dies nicht ge­bie­tet.
(5) Bei der In­an­spruch­nah­me von Dienst­leis­tun­gen, die un­mit­tel­bar einem ein­zel­nen Man­dat die­nen, darf der Rechts­an­wal­t dem Dienst­leis­ter den Zu­gang zu frem­den Ge­heim­nis­sen nur dann er­öff­nen, wenn der Man­dan­t darin ein­ge­wil­lig­t hat.
(6) Die Ab­sät­ze 2 und 3 gel­ten auch im Fall der In­an­spruch­nah­me von Dienst­leis­tun­gen, in die der Man­dan­t ein­ge­wil­lig­t hat, so­fern der Man­dan­t nicht aus­drück­lich auf die Ein­hal­tung der in den Ab­sät­zen 2 und 3 ge­nann­ten An­for­de­run­gen ver­zich­tet hat.
(7) Die Ab­sät­ze 1 bis 6 gel­ten nicht, so­weit Dienst­leis­tun­gen auf Grund be­son­de­rer ge­setz­li­cher Vor­schrif­ten in An­spruch ge­nom­men wer­den. Ab­satz 3 Satz 2 gilt nicht, so­weit der Dienst­leis­ter hin­sicht­lich der zu er­brin­gen­den Dienst­leis­tung ge­setz­lich zur Ver­schwie­gen­heit ver­pflich­tet ist.
(8) Die Vor­schrif­ten zum Schutz per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten blei­ben un­be­rühr­t.
§ 44 Mit­tei­lung der Ab­leh­nung eines Auf­trags­ Der Rechts­an­wal­t, der in sei­nem Beruf in An­spruch ge­nom­men wird und den Auf­trag nicht an­neh­men will, muß die Ab­leh­nung un­ver­züg­lich er­klä­ren. Er hat den Scha­den zu er­set­zen, der aus einer schuld­haf­ten Ver­zö­ge­rung die­ser Er­klä­rung ent­steht.
§ 45 Tä­tig­keits­ver­bo­te (1) Der Rechts­an­wal­t darf nicht tätig wer­den:
1.
wenn er in der­sel­ben Rechts­sa­che als Rich­ter, Schieds­rich­ter, Staats­an­wal­t, An­ge­hö­ri­ger des öf­fent­li­chen Diens­tes, Notar, No­tar­ver­tre­tung oder No­ta­ri­ats­ver­wal­ter be­reit­s tätig ge­wor­den ist;
2.
wenn er als Notar, No­tar­ver­tre­tung oder No­ta­ri­ats­ver­wal­ter eine Ur­kun­de auf­ge­nom­men hat und deren Rechts­be­stan­d oder Aus­le­gung strei­tig ist oder die Voll­stre­ckung aus ihr be­trie­ben wird;
3.
wenn er gegen den Trä­ger des von ihm ver­wal­te­ten Ver­mö­gens vor­ge­hen soll in An­ge­le­gen­hei­ten, mit denen er als In­sol­venz­ver­wal­ter, Nach­laß­ver­wal­ter, Tes­ta­ments­voll­stre­cker, Be­treu­er oder in ähn­li­cher Funk­ti­on be­reit­s be­faß­t war;