(2) Wer­den nach der Ein­stel­lung der elek­tro­ni­schen Fas­sung einer in der Ur­kun­den­samm­lung zu ver­wah­ren­den Ur­schrift oder Ab­schrift in die elek­tro­ni­sche Ur­kun­den­samm­lung Nach­trags­ver­mer­ke, wei­te­re Un­ter­la­gen oder an­de­re Ur­schrif­ten der Ur­schrift oder Ab­schrift bei­gefüg­t, sind die Nach­trags­ver­mer­ke, die wei­te­ren Un­ter­la­gen und die an­de­ren Ur­schrif­ten nach Ab­satz 1 in elek­tro­ni­sche Do­ku­men­te zu über­tra­gen und zu­sam­men mit der elek­tro­ni­schen Fas­sung der Ur­schrift in der elek­tro­ni­schen Ur­kun­den­samm­lung zu ver­wah­ren.
(3) Die von dem Notar in der elek­tro­ni­schen Ur­kun­den­samm­lung ver­wahr­ten elek­tro­ni­schen Do­ku­men­te ste­hen den Do­ku­men­ten gleich, aus denen sie nach den Ab­sät­zen 1 und 2 über­tra­gen wor­den sind.

Sechs­ter Ab­schnitt. Ver­wah­rung

§ 57 An­trag auf Ver­wah­rung (1) Der Notar darf Bar­geld zur Auf­be­wah­rung oder zur Ab­lie­fe­rung an Drit­te nicht ent­ge­gen­neh­men.
(2) Der Notar darf Geld zur Ver­wah­rung nur ent­ge­gen­neh­men, wenn
1.
hier­für ein be­rech­tig­tes Si­che­rungs­in­ter­es­se der am Ver­wah­rungs­ge­schäft be­tei­lig­ten Per­so­nen­ be­steht,
2.
ihm ein An­trag auf Ver­wah­rung ver­bun­den mit einer Ver­wah­rungs­an­wei­sung vor­lieg­t, in der hin­sicht­lich der Masse und ihrer Er­trä­ge der An­wei­sen­de, der Emp­fangs­be­rech­tig­te sowie die zeit­li­chen und sach­li­chen Be­din­gun­gen der Ver­wah­rung und die Aus­zah­lungs­vor­aus­set­zun­gen be­stimmt sind,
3.
er den Ver­wah­rungs­an­trag und die Ver­wah­rungs­an­wei­sung an­ge­nom­men hat.

(3) Der Notar darf den Ver­wah­rungs­an­trag nur an­neh­men, wenn die Ver­wah­rungs­an­wei­sung den Be­dürf­nis­sen einer ord­nungs­ge­mä­ßen Ge­schäfts­ab­wick­lung und eines ord­nungs­ge­mä­ßen Voll­zugs­ der Ver­wah­rung sowie dem Si­che­rungs­in­ter­es­se aller am Ver­wah­rungs­ge­schäft be­tei­lig­ten Per­so­nen­ ge­nüg­t.
(4) Die Ver­wah­rungs­an­wei­sung sowie deren Än­de­rung, Er­gän­zung oder Wi­der­ruf be­dür­fen der Schrift­for­m.
(5) Auf der Ver­wah­rungs­an­wei­sung hat der Notar die An­nah­me mit Datum und Un­ter­schrift zu ver­mer­ken, so­fern die Ver­wah­rungs­an­wei­sung nicht Ge­gen­stan­d einer Nie­der­schrift (§§ 8, 36) ist, die er selbst oder seine No­tar­ver­tre­tung auf­ge­nom­men hat.
(6) Die Ab­sät­ze 3 bis 5 gel­ten ent­spre­chend für Treu­hand­auf­trä­ge, die dem Notar im Zu­sam­men­hang mit dem Voll­zu­g des der Ver­wah­rung zu­grun­de­lie­gen­den Ge­schäfts­ von Per­so­nen­ er­teil­t wer­den, die an die­sem nicht be­tei­lig­t sind.
§ 58 Durch­füh­rung der Ver­wah­rung (1) Der Notar hat an­ver­trau­te Gel­der un­ver­züg­lich einem Son­der­kon­to für frem­de Gel­der (No­tar­an­der­kon­to) zu­zu­füh­ren. Der Notar ist zu einer be­stimm­ten Art der An­la­ge nur bei einer ent­spre­chen­den An­wei­sung der Be­tei­lig­ten ver­pflich­tet. Fremd­gel­der sowie deren Er­trä­ge dür­fen auch nicht vor­über­ge­hen­d auf einem sons­ti­gen Konto des No­tar­s oder eines Drit­ten ge­führ­t wer­den.
(2) Das No­tar­an­der­kon­to muß bei einem im In­lan­d zum Ge­schäfts­be­trie­b be­fug­ten Kre­dit­in­sti­tut oder der Deut­schen Bun­des­bank ein­ge­rich­tet sein. Die An­der­kon­ten sol­len bei Kre­dit­in­sti­tu­ten in dem Amts­be­reich des No­tar­s oder den un­mit­tel­bar an­gren­zen­den Amts­ge­richts­be­zir­ken des­sel­ben Ober­lan­des­ge­richts­be­zirks­ ein­ge­rich­tet wer­den, so­fern in der An­wei­sung nicht aus­drück­lich etwas an­de­res vor­ge­se­hen wird oder eine an­de­re Hand­ha­bung sach­lich ge­bo­ten ist. Für jede Ver­wah­rungs­mas­se muß